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Säule 2

Ilya Prigogine

1917–2003

Warum es passiert

Ordnung durch Fluktuation. Form entsteht aus Unruhe, nicht trotz ihr.

— Abgeleitet aus dem Klarton-Script (Aurel Lindberg, 2026-04-05) — das Script trägt kein satz-Feld.

Wer Prigogine ist

In Moskau geboren, in Belgien aufgewachsen, 1977 Nobelpreis für Chemie. Er hat bewiesen, was die Physik des 19. Jahrhunderts ausgeschlossen hatte: dass Systeme fernab des Gleichgewichts nicht ins Chaos kippen, sondern sich auf höherer Stufe neu ordnen. Er nannte sie dissipative Strukturen. Für lebendige Systeme ist das Gleichgewicht nicht Gesundheit, sondern der Zustand kurz vor dem Ende.

Was das für dich bedeutet

Alles wackelt. Prozesse brechen, Menschen gehen, die alte Ordnung hält nicht mehr. Dein Impuls: stabilisieren. Zurück zum Bekannten.

Ilya Prigogine hätte dir abgeraten.

Er hat den Nobelpreis dafür bekommen, dass er gezeigt hat: Ordnung entsteht aus Chaos. Nicht trotz Chaos. Systeme, die weit vom Gleichgewicht entfernt sind, organisieren sich neu – auf einer höheren Stufe. Aber nur, wenn man sie nicht zurück ins alte Gleichgewicht zwingt.

Das Gleichgewicht ist für ein lebendiges System kein Zustand der Gesundheit. Es ist der Zustand kurz vor dem Tod.

Was in deiner Organisation versuchst du gerade zu stabilisieren – das eigentlich dabei ist, sich neu zu ordnen?

Was Prigogine HANERO gegeben hat

Die Unterscheidung zwischen Zusammenbruch und Umordnung. Sie entscheidet, ob Führung stützen oder aushalten muss — und die Verwechslung ist teuer.

Fäden im Teppich

Ilya Prigogine → Hermann Haken

Synergetik und dissipative Strukturen: zweimal dieselbe Entdeckung, aus Physik und Chemie kommend.

Ilya Prigogine → Günter Schiepek

Schiepek misst am Menschen, was Prigogine an der Materie gefunden hat: Ordnungsübergänge kündigen sich als Unruhe an.

Ilya Prigogine → Gregory Bateson

Beide beschreiben Sprünge, die kein Mehr vom Gleichen sind.