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Säule 3

John H. Weakland

1919–1995

Wie man es ändern kann

Oft ist die versuchte Lösung das Problem.

Wer Weakland ist

Gelernter Chemieingenieur, dann Anthropologe bei Gregory Bateson, dann einer der Gründer des Brief Therapy Center am Mental Research Institute in Palo Alto. Mit Watzlawick und Fisch entwickelte er den Ansatz, der Probleme nicht aus der Vergangenheit erklärt, sondern aus dem, was gerade getan wird, um sie loszuwerden.

Was das für dich bedeutet

Ein Mitarbeiter zieht sich zurück. Du gehst häufiger auf ihn zu. Er zieht sich weiter zurück. Du gehst noch häufiger auf ihn zu.

Deine Absicht ist tadellos. Und du bist inzwischen Teil der Mechanik.

Weakland hätte nicht gefragt, warum er sich zurückzieht. Er hätte gefragt: Was genau tust du, seit es angefangen hat? Und dann: Was passiert, wenn du damit aufhörst?

Das ist die unbequeme Pointe von Palo Alto. Nicht die Ursache in der Vergangenheit hält das Problem am Leben, sondern die Lösung in der Gegenwart. Mehr desselben, angetrieben von guten Gründen.

Die Intervention ist deshalb meist klein und fühlt sich falsch an: eine Sache weniger tun.

Die Schattenseite

Der Satz "die Lösung ist das Problem" lädt dazu ein, jedem, der sich müht, seine Mühe vorzuhalten. Dann wird aus einem Werkzeug eine Überheblichkeit. Und es gibt Probleme, die schlicht Ursachen haben — nicht jedes Muster ist zirkulär. HANERO-Antidot: Erst beschreiben, was wirklich getan wird. Dann urteilen.

Was Weakland HANERO gegeben hat

Die Frage nach der versuchten Lösung. HANERO untersucht bei jedem hartnäckigen Muster zuerst, was zur Behebung bereits unternommen wird — und wie viel davon das Muster stabilisiert. Das ist der schnellste Hebel, den es gibt, und der am seltensten benutzte.

Fäden im Teppich

John H. Weakland → Paul Watzlawick

Koautoren von "Change". Watzlawick wurde die Stimme, Weakland blieb der Untersucher.

John H. Weakland → Gregory Bateson

Weakland kam über Batesons Forschungsgruppe zur Kommunikationstheorie.

John H. Weakland → Steve de Shazer

De Shazer radikalisierte den Bruch: nicht einmal mehr das Problem beschreiben.

Seine Werke

  • Change — Principles of Problem Formation and Problem Resolution (1974, mit Watzlawick und Fisch)
  • The Tactics of Change (1982, mit Fisch und Segal)