Martin Buber
1878–1965
Woher die Kraft kommt
Alles wirkliche Leben ist Begegnung.
— Klarton-Script batch-08, 2026-03-26
Wer Buber ist
Religionsphilosoph, in Wien geboren, 1938 nach Jerusalem emigriert. Sein schmales Buch „Ich und Du" von 1923 hat zwei Grundworte unterschieden, die seither niemand mehr ungehört machen kann: Ich-Du und Ich-Es. Er war kein Weltfremder — er wusste, dass keine Organisation ohne das Es auskommt. Sein Einwand galt dem Leben, das nur noch daraus besteht.
Was das für dich bedeutet
Du sprichst mit einem Menschen und rechnest gleichzeitig. Was er kann. Was er kostet. Ob er bleibt.
Martin Buber hätte das Ich-Es genannt.
Es gibt für ihn zwei Weisen, in der Welt zu sein. Ich-Es: der andere als Objekt, als Funktion, als Ressource. Ich-Du: der andere als ganzes Gegenüber, in diesem Moment, ohne Zweck. Alles wirkliche Leben ist Begegnung.
Buber wusste, dass Organisationen ohne Ich-Es nicht funktionieren. Aber er wusste auch: Wer nur noch im Es lebt, ist kein Mensch mehr.
Wann hattest du zuletzt ein Gespräch, in dem du nichts gerechnet hast?
Die Schattenseite
Buber fordert echte Begegnung — aber sagt nicht wie. „Ich und Du" ist ein Ideal, das unter Druck schnell zu „Ich und Es" wird. Wer nur auf Begegnung wartet, wartet manchmal zu lang. HANERO-Antidot: Begegnung absichtlich gestalten. Nicht hoffen — einladen.
Was Buber HANERO gegeben hat
Die Unterscheidung der zwei Grundworte. Sie macht in jedem Führungsgespräch hörbar, ob gerade gerechnet oder begegnet wird.
Fäden im Teppich
Martin Buber → Jacob Levy Moreno
Wien, dieselben Jahre, dasselbe Wort: Begegnung. Der eine schrieb sie, der andere stellte sie auf die Bühne.
Martin Buber → Franz von Assisi
Beide sprechen die Welt an, statt über sie zu reden.
Martin Buber → Jalal ad-Din Muhammad Rumi
Zwei Mystiker der Zwiesprache, siebenhundert Jahre auseinander.