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Säule 1

Friedrich Glasl

*1941

Was passiert unter Druck

Konflikte eskalieren in neun Stufen. Wer die Stufe kennt, wählt das richtige Werkzeug.

— Klarton-Script batch-08, 2026-03-26

Wer Glasl ist

Österreichischer Konfliktforscher und Organisationsberater, in Ägypten geboren. Sein Neun-Stufen-Modell von 1980 ist bis heute das genaueste Werkzeug, um zu bestimmen, wo ein Konflikt steht — und damit, welche Intervention noch greift und welche schon schadet. Er hat als Erster beschrieben, dass Eskalation kein Gefühl ist, sondern eine Mechanik mit eigener Schwerkraft.

Was das für dich bedeutet

Zwei Abteilungsleiter reden nicht mehr miteinander. Sie reden über einander. Mit dir.

Friedrich Glasl würde zuerst fragen: Auf welcher Stufe seid ihr?

Er hat neun beschrieben. Oben noch Verhärtung, Debatte, Taten statt Worte. Weiter unten: Gesichtsverlust, Drohung. Ganz unten: gemeinsam in den Abgrund. Konflikte eskalieren nicht zufällig. Sie folgen einer Treppe – abwärts. Und jede Stufe hat ihre eigene Logik, gegen die guter Wille nichts ausrichtet.

Das Entscheidende: Ab Stufe vier hilft kein Gespräch mehr ohne Dritten. Ab Stufe sieben ist Vermittlung vorbei. Wer die Stufe nicht kennt, greift zum falschen Werkzeug.

Auf welcher Stufe steht der Konflikt, den du gerade moderieren willst – und ist Moderieren überhaupt noch das Richtige?

Was Glasl HANERO gegeben hat

Die Stufendiagnose vor der Intervention. Sie verhindert die häufigste Führungsverletzung: das gut gemeinte Gespräch zum falschen Zeitpunkt.

Fäden im Teppich

Friedrich Glasl → Fritz B. Simon

Beide sehen den Konflikt als Eigenschaft des Systems, nicht der Streitenden.

Friedrich Glasl → Paul Watzlawick

Watzlawick beschrieb die Eskalationsschleife, Glasl hat sie durchnummeriert und begehbar gemacht.

Friedrich Glasl → Kurt Lewin

Von Lewins Feldkräften zu Glasls Stufen: beide messen Spannung, bevor sie deuten.